Die Nacht auf dem Caravan Park in der Nähe von Warnambool ist sehr regnerisch und windig verlaufen. Nur mit viel Mühe und Windschutz konnte ich mir am frühen Morgen einen Kaffee zubereiten. Das Wetter sollte uns dennoch nicht von unseren Trip in die Grampians abhalten.
Desto mehr wir in den Norden fuhren, umso besser entwickelte sich das Wetter. Langsam ließen sich aus dem Nebel die südlichen Grampians erkennen, die wir passierten aber mir einen Vorgeschmack auf das gaben, was mich wohl in den nördlichen Grampians erwarten würde.
Nach kurzen Zwischenstops an verschiedenen Info- Zentren erreichten wir die Stadt “Halls Gap”, von der ich eigentlich mehr erwartet hatte. Halls Gap besteht letztendlich nur aus einer Strasse mit einer Tankstelle, ein paar Take-away Restaurants und einer Touri- Info.
„Ich bin hier, um zu wandern!“
Deshalb ging es sofort zum ersten Wanderweg, der zu den „Pinnacles“ führte und, wenn ich mich richtig erinnere, ca. 4km (Return) lang ist.
Meine Arbeitsschuhe dienten als Wanderschuhe, ein paar Bananen und Wasser in den Rucksack und schon konnte die Wanderung beginnen. Ines war alles andere als begeistert.
Mit der Hilfe von schmalen und holprigen Wegen, die an Felsen, Klippen und Wäldern vorbei führten, konnten ich nach 1,5 Stunden die Spitze des Berges erreichen und den wunderbaren Blick auf die Landschaft genießen. Die Grampians sind für ihre flache (Gras)Landschaft bekannt, aus der einige Berge hinaus ragen, die zu erklettern sind.
Ein kleiner Snack sollte für den Return- Trip ausreichen, auf dem ich amüsante Gespräche mit einigen älteren Australiern geführt habe. Wenn es um die Fitness bei älteren Menschen geht, dann muss ich (leider) gestehen, dass Australien vor Deutschland liegt. Sorry;)
Am Parkplatz angekommen wurde zunächst einmal ein Imbiss zu sich genommen und sich auf die Suche nach einem Campingplatz begeben. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einigen Lookouts an und bestaunten die Landschaft bei Sonnenuntergang.
„Die Grampians sind mir jetzt schon ans Herz gewachsen.“
Am Campingplatz angekommen war es Zeit für ein Lagerfeuer. Doch die Suche nach Holz gestaltete sich schwieriger als gedacht. Da zwei französische Backpacker neben uns auch ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten und auch Feuerholz bei ihnen lag, sprach ich sie auf ein gemeinsames Lagerfeuer an.
„Yeah, sure“ war die Antwort. Sofort wurde mein Van um geparkt und sich zum Lagerfeuer gesellt. Bei einer Suppe und einem Bier tauschten wir unsere Erlebnisse aus. Beide, Pierric und Mathilda, waren mir so sympathisch, dass ich sie fragte, ob wir nicht gemeinsam die nächsten Tage in den Grampians verbringen wollen. Die Antwort war wieder dieselbe und so standen für den nächsten Tag die McKennzie Falls und der Mount Difficult auf dem Program.
Früh am Morgen wurden die Wanderschuhe aufgewärmt (don`t try this at home
), die letzten Ideen und Pläne ausgetauscht und dann konnten auch schon die Falls (Wasserfall) und der Höhepunkt des Tages, der „Mount Difficult“, kommen.
Nach einer lustigen Fotosession bei den McKennzie Falls steuerten wir den Wanderweg zum Mt. Difficult an, dem höchsten Berg in den nördlichen Grampians. Knapp neun Kilometer (mit Return) mussten von uns drei bezwungen werden (Ines blieb lieber auf dem Boden).
Schon nach kurzer Zeit mussten wir uns mit allen Vieren hoch kämpfen. Zwischen Felsbrocken und Felswände hangelten wir uns weiter zur Spitze. An einigen Stellen war ich mir sogar nicht sicher ob ich das Hindernis überwinden würde. Doch nach ca. 2,5 Stunden, schmerzenden Beinen und tierischen Hunger, standen wir am höchsten Punkt in den nördlichen Grampians.
„Der Mt. Difficult wurde bezwungen!“
Jetzt war es erstmal an der Zeit, bei einer einzigartigen Aussicht, das Mittagessen vorzubereiten.
Da das Wetter sich immer mehr und mehr zu zog, traten wir langsam den Heimweg an. Zunächst aber wusste ein weiterer Stein auf den höchsten Punkt gelegt werden.
Durch uns ist der Mt. Diffcult um weitere 5cm gewachsen:D
Das Wetter blieb auf dem Rückweg konstant und so konnten wir trocken den Boden erreichen. Mehr als fünf Stunden waren wir unterwegs gewesen, dennoch wurden wir mit einen der schönsten Aussichten belohnt.
Ich muss definitiv sagen, dass dieses Abenteuer bis jetzt zu den schönsten Momenten in Australien gehört.
Der Abend verlief bei einem leckeren Abendessen entspannt. Fotos wurden noch ausgetauscht und dann hieß es für uns alle: „Gute Nacht!“
Gespannt auf die Bush- Dusche sprang ich am nächsten Morgen aus dem Van. Zwar waren meine Reisekollegen noch am schlafen, doch ich setzte schon mal heißes Wasser auf um mir nicht eiskaltes Wasser über den Kopf fließen zu lassen. Denn, wenn man im Bush campt, dann ist es nicht so leicht einen Wasserhahn aufzudrehen um mit heißem Wasser zu duschen. In einem Eimer wird das Wasser eingefüllt und über eine Stahlkette nach oben gezogen. Das Ventil nur noch aufdrehen und dann war die Bush- Dusche einsatzbereit. Vorher sollte man aber kontrollieren ob das Ventil beim Einfüllen des Wasser geschlossen. Ansonsten fließt, wie es mir passiert ist, einiges an Wasser davon.
Ca. 10 Liter haben für einen kompletten Duschgang ausgereicht und es war nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte.
Nach leckeren Pancakes zum Frühstück ging es auf nach „Horsham“ um dort Trinkwasser und Essen zu kaufen. Da dies der letzte Abend mit unserer französischen Reisebegleitung (Mathilda und Pierric) in den Grampians war, musste natürlich ein gemeinsames Barbecue gehalten werden. Feuerholz wurde gesammelt, Salat und Fleisch vorbereitet und das ein oder andere Bier geköpft.
Es war ein gelungener Abschluss und die Einladung zu einem Abendessen in Mathilda‘s und Pierric’s Haus wurde dankend angenommen. Am Monatg, den 14.05 ging es für Ines und mich zurück zur Great Ocean Road um die letzte Strecke nach Adelaide zu absolvieren. Besonders Cape Bridgewater hat es mir sehr angetan, da der Blick auf das Meer traumhaft war (siehe mein Titelbild in Facebook). Einige Seelöwen wurden auch gesichtet.
Die darauffolgenden Tage verbrachten wir auf einem Caravan Park bzw. einer Rest Area. Am 16.05 sind wir dann letztendlich in Adelaide angekommen. Die Great Ocean ist absolviert!
Apropos: Vor Adelaide liegt die älteste, deutsche Stadt in Australien namens „Hahndorf“. Ein Abstecher dorthin durfte nicht fehlen, da ich auch schon hungrig auf eine deutsche Bratwurst im leckeren Brötchen war. Doch erst nach langer Suche fand ich ein Lokal, das einigermaßen meinen Hunger stillen konnte, auch, wenn die Wurst sehr labbrig war und in einem Baguette serviert wurde.
„Hahndorf, ich in sehr enttäuscht von dir.“ Ich kann die Stadt nicht weiterempfehlen, sorry.
Da Mathilda und Pierric ca. 60km von Adelaide entfernt wohnen, genauer gesagt in Lyndoch, (Barossa Valley) ging es am Abend des 17.05 zu ihnen. In ihrem angemieteten „Sharehouse“ wurden wir herzlich empfangen und haben zusammen gespeist. Sofort habe ich mich wohlgefühlt und denn Gedanken gehabt mehrere Tage dort einzuziehen. Dieser Gedanke wurde Realität und dadurch hatte ich endlich die Möglichkeit eine Werksatt aufzusuchen, die günstig mein Auto repariert um durch den australischen TÜV zu kommen. Drei Tage wurde mein Auto beschlagnahmt. Meine Reisepartnerin war alles andere als erfreut, wodurch sich das Verhältnis immer mehr und mehr verschlechtert hatte. Das Ende der Geschichte war, dass unsere Wege sich getrennt haben. Naja, ich bin halt nicht auf der Flucht.
Mit Mathilda und Pierric habe ich mich super verstanden. Beide zeigten mir die Weinregion „Barossa Valley“. Wine- Tasting at Jacob’s Creek, Discothekenbesuche, gemeinsames kochen, Filmabende und surfen standen die letzte Woche auf dem Programm. Es war eine geniale Zeit, die ich mit beiden sehr genossen habe. Doch wenn es am Schönsten ist, dann soll man aufhören. Deshalb gehen wir seit dem 29.05 verschiedene Wege. Während beide nach Port Lincoln zum shark diving aufgebrochen sind, ging es für mich in die Flinders Ranges. Dann steht für die nächsten 1-2 Tage wieder “hiking“ auf dem Programm bis es weiter nach Alice Springs geht. Ich hoffe doch sehr, dass ich Mathilda und Pierric wieder sehen werde, da beide am Samstag ihre Tour nach Alice Springs starten werden.
30.05.12
Zunächst gratuliere ich meinem Vater recht herzlich zum Geburtstag!
„Lass mir ein Stück Kuchen übrig“
Die erste Wanderung ist überstanden. Knapp 10km ging es für mich das erste Mal durch das Outback. Roter Sand, vertrocknete Bäume und Büsche schmückten die traumhafte Landschaft. So ziemlich alleine war ich auf dem Wanderweg, der sich durch die Landschaft schlängelte und die schönsten Ecken dieser Region zeigt. Von ausgetrockneten Flüssen über Wiesenfelder bis hin zu Klippen war alles vorhanden. Ich kann diesen Walk namens „Trezone Hike“ äußerst empfehlen.
Morgen wird eine weitere Wanderung unternommen und dann geht es für mich weiter nach Port Augusta um die letzten Vorbereitungen für Alice Springs zu treffen.



















