Ich weiß nicht so richtig, mit welchem Ereignis ich diesen Artikel eröffnen soll. Bed Bugs, Kakerlaken oder doch lieber mit dem Steuernummer (TFN)- Problem?
So ekelig und stressig die Stichworte klingen mögen, umso mehr Spaß bereitet mir diese abenteuerliche Reise in Australien und umso mehr kann ich meinen Daddy verstehen, der sich öfters auf Montage in der Welt rum treibt.
Der 13. Oktober begann nicht sonderlich gut. Das mag wohl daran gelegen haben, dass ich mich die Nacht am ganzen Körper gekratzt habe und unruhig geschlafen habe. Ziemlich psteif und unausgeschlafen stieg ich dann aus meinem Hochbett und der erste Blick viel auf meine Füße.
„Ohhh Gott, meine Füße sind knatsch Rot und angeschwollen“. Ich hutschte sofort mit meinem Kulturbeutel ins nächste Badezimmer um die Sache näher zu betrachten.
„Ach, ist nur halb so schlimm, wird schon wieder verheilen. Kommt bestimmt von dem gestrigen Trip rund um Sydney.“
Dem war aber dann nicht so als ich auf Toilette saß und bemerkte, dass sich die Schwellung komplett über meine Beine, Bauch und Arme bis hin zu den Schultern zog. Nun war mir klar, dass es nichts Gewöhnliches sein konnte. Sofort zog ich mich um, suchte im Internet den nächsten Hautarzt und beschloss kurzer Hand zu ihm zu laufen.
Nach einer ganzen Stunde konnte ich den Arzt auffinden und bekam kurz darauf einen Termin, nachdem ich versichern konnte, die Arztrechnung von über 200$ zu bezahlen.
Das Gespräch mit der Ärztin verlief soweit gut, da sie ein paar Brocken Deutsch zu sprechen vermag und dies mich wiederrum beruhigte. Es stellte sich nun heraus, dass diese Schwellungen Bisse von sog. Bed Bugs (Bettwanzen) sind und ein solches Jucken hervorrufen. Sie empfahl mir weiterhin das Hostel zu wechseln und gab mir eine Creme und ein Rezept für Tabletten mit. Ich bezahlte die Arztrechnung und machte mich auf in die nächste Apotheke.
Glücklicherweise war der Hyde Park in der Nähe und so beschloss ich nach dem Besuch der Apotheke dort hin zu laufen um dort in Ruhe im Internet zu stöbern, auf der Suche nach einem neuen Hotel für die nächsten zwei Tage. Schnell war eins gefunden, das auch noch in der Nähe lag. Mit Google Maps in der Hand war der Ort leicht zu finden. An der Rezeption angekommen buchte ich ein Einzelzimmer für zwei Tage. Mit einem guten Gefühl- endlich kann ich in Ruhe schlafen- betrat ich mein Zimmer als mich nun mein Zimmerkamerad mit seinen kleinen Augen anstarrte.


„Na super, erst Bed Bugs, dann Karkerlaken.“
Auf zur Rezeption und denen mein Problem schildern. Es brauchte nicht lange und schon hatte ich ein neues Zimmer zugewiesen bekommen. Vorsichtig betrat ich das neue Zimmer, begutachtete Boden und Matratze und konnte mir dann sagen, hier kannst du mit einem ruhigen Gewissen übernachten.
Aber warum soll es der Niclas nun einfach haben? Das TFN- Problem.
Am Mittwoch habe ich online einen Steuernummernantrag getätigt und die Adresse von meinem Bed Bugs „verseuchten“ Hostel angegeben. Naja, dahin geht dann auch der Brief mit der Steuernummer.
Also wusste ich schon, wie ich den nächsten Tag zu planen habe: Taxoffice in Sydney aufsuchen und mein Problem schildern. Doch ich machte mich deswegen nicht verrückt und so ließ ich den Abend mit einer leckeren Pizza und meinem ersten australischem Bier an der Cockle Bay ausklingen.
Das Abenteuer fängt an!
Der nächste Morgen, den 14.10.11, fing um 7.00 Uhr mit einem Skype- Gespräch mit meiner Freundin und meinem Daddy an. Ja, eigentlich fing der Tag erst „richtig“ um 12 Uhr an, da ich mich nach dem Skypen eigentlich nur kurz hinlegen wollte, und nicht vier Stunden.
Mit einem großen Sprung stand ich vor meinem Bett, putze meine Zähne, zog mich an, füllte den Trockner mit Wäsche und war ca. 30 Minuten später auf dem Weg zum nächsten Taxoffice. Wie schön es doch ist, Orte und Geschäfte zu entdecken, die ich nur durch gezielte Suche gefunden hätte. Darunter gehörten zum Beispiel der Apple Store, der an diesem Tag das neue iPhone 4S offiziell verkaufte.
„Später kannst du einen Blick dahin werfen. Kümmere dich erstmal um die Steuernummer“, ertönte es in meinem Kopf.
Gesagt, getan. Minuten später sprach ich auch schon mit einem Mitarbeiter des Taxoffice, der mir empfohlen hat, per Internet oder Anruf die Adresse zu ändern. „In Ordnung“, brummte ich höflich und zog mich aus dem Taxoffice zurück um in meinem Hotel die Adressänderung per Telefon durchzuführen.
Mit Tüten unterm Arm, voll gepackt mit Essenssachen, betrat ich das Hotel und nahm aufgeregt das Handy in die Hand, nachdem ich die Tüten abgestellt hatte. Einen kurzen Moment gewartet, Sätze ausgedacht und den Anruf getätigt. Das Gespräch verlief ziemlich gut aber die Lösung für mein Problem ist eher bescheidend.
„We dont’t see your TFN Number in our system, because you made an application for it two days ago. Please, try it in one week again.”
“Arghh, das kann ja wohl nicht wahr sein.”
Aber was soll mir nun schlimmeres passieren? Mit diesen Worten versuchte ich mich zu motovieren. Da ich das Hotel morgen schon wieder verlassen muss, suchte ich im Internet nach einem neuen Hostel obwohl ich die Bed Bugs im Hinterkopf hatte. Auf Dauer kann ich dennoch nicht hier leben, da ich für dieses Hotel knapp 70$ die Nacht berappen muss und schon war ein neues Hostel für ca. 40$ die Nacht gebucht.
Nach der ganzen Aufregung widmete ich mich nun meinen Magen, der etwas Herzhaftes verlangte. Auf geht’s mit Hackfleisch, Nudeln, Salz und Pfeffer in die Hotel eigene Küche.
Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Die Portion war riesig. Leider war der kleine Fresshamster mit dem Namen Laura E. -für die Leute, die sie nicht kennen; das ist meine Freundin- nicht anwesend. Somit durfte ich dann einiges an Nudeln und Hackfleisch an den Mülleimer verfüttern.
Das aufregende und mit Magenschmerzen belastete Skype- Gespräch mit meiner Mum und Schwester darf natürlich auch nicht ungenannt bleiben.
@ Mama „Neues Laptop oder doch lieber iPad2?“
So, das waren die letzten zwei Tage zusammengefasst. Hier ist es nun 00.01 Uhr, 15.10.2011. Deswegen werde ich mich nun ins Bett begeben. Mal schauen, was dieser Tag zu verbergen hat.