Monatsarchiv: Dezember 2011

That’s life!

„Ein Glück, wir haben es geschafft! Wir haben Melbourne sicher erreicht.“ Diese Worte ertönten in meinem Kopf, als wir das Ortseingangsschild von Melbourne passierten.

„Schnell noch was essen und auf in die nächste Werkstatt!“

Ihr werdet euch sicherlich fragen, was in den letzten Tagen passiert ist und ich wünsche im Voraus keinem so viel Pech, wie wir ihn hatten.

Die Story beginnt auf dem Weg zwischen Sydney und Goulburn am 1. Weihnachtstag. Nachdem wir unseren Van vollgetankt hatten, saßen wir (noch) mit einem Lächeln im Gesicht auf unseren Sitzen und freuten uns auf die bevorstehenden 700km um schließlich Melbourne zu erreichen. Doch nach ca. 150km machte sich hinten rechts ein Poltern bemerkbar und wir wussten genau, dass das kein normales Geräusch ist.

„Wir müssen unbedingt an der nächsten Tankstelle anhalten! Hoffentlich fliegt bis dahin nichts ab!“ Kaum waren diese Worte ausgesprochen, erreichte das Poltern seinen Höhepunkt bis schlagartig ein Knall vernehmbar war und der Van schwer kontrollierbar über den Highway huschte bis wir ihn schließlich auf dem Seitenstreifen zum Stillstand bringen konnten. Adrenalin machte sich in meinem Körper bemerkbar als ich die Tür öffnete und das Unheil betrachten wollte.

„Reifenplatzer. Diesen Reifen hat es voll erwischt. Das kann natürlich auch nur uns passieren.“

Das Reserverad wurde mit Mühe und mit der Hilfe eines Australiers, der netterweise für uns angehalten hat, installiert, doch der Anblick des Reserverads sprach für sich: abgenutzt und platt. „Damit kommen wir nur bis zum nächsten Roadstop und nicht weiter.“ Mit 60km/h auf dem Seitenstreifer- legal ist das nicht- schaukelten wir uns zum Roadstop um von dort aus weitere Pläne zu schmieden. Die nächste, größere Stadt war Goulburn, die ca. 30km von uns entfernt war. Zum Glück haben wir Hannes dabei, der uns mit seinem Auto dahin fuhr, um dort einen Reifenhändler aufzusuchen. Doch das Pech breitete sich weiter aus. Es war natürlich Weihnachten und alle Geschäfte hatten geschlossen. Somit waren wir gezwungen zwei Tage auf dem Roadstop zu verbringen. An dem darauffolgenden Dienstag fanden wir dann durch Zufall einen kleinen Reifenhändler,- die größeren Händler hatten noch immer geschlossen- der aber nur größere Reifen für unseren Van im Sortiment hatte. Das hieß wieder, statt einem Rad, mussten wir zwei Räder wechseln lassen. Weiterhin mussten es „Light Truck“ Räder sein, die mehr Belastung vertragen als gewöhnliche Reifen. Der Reifenpreis schoß somit auf 140$ pro Reifen.

Nachdem der Van hochgebockt wurde, begutachteten wir auch noch die Hinterachse. Natürlich- sonst wäre es doch langweilig- ist auch die Achse krumm. Wir wussten zwar, dass unser geplatzter Reifen schlingerte, doch wir hätten niemals die Achse als Ursache in Betracht gezogen. Diese Betrachtung wurde durch eine Werkstatt in Brisbane bestärkt, da der Mechaniker nichts an der Hinterachse auszusetzen hatte. Aber jetzt lag es wenigstens auf der Hand: Der Reifen platzte aufgrund einer krummen Hinterachse.

Nun standen wir da mit wenig Geld, einer krummen Hinterachse und der Sorge, Melbourne über Silvester nicht zu erreichen. Aber was wäre das Leben ohne Risiko? Somit standen wir schon eine kurze Zeit später mit zwei neuen Reifen auf der Straße. Vor uns lagen ca. 550km, die wir mit einer krummen Hinterachse bezwingen mussten und, was soll man sagen, wir haben es geschafft! Wir haben Melbourne sicher erreicht!

Doch der nächste Werkstattbesuch ließ die Motivation wieder auf Null sinken. 400$ für eine neue Hinterachse mit Einbau. So langsam wir es echt knapp mit dem Geld. Sprit, Benzin, Reparaturen, Essen und Internetkosten lassen das verdiente Gehalt ziemlich schnell auf Null sinken. Dabei habe ich mir noch nicht mal eine Kleinigkeit gegönnt. „That`s life!“

Doch über eine kleine Spende eurerseits würde ich mich sehr freuen um weiter zu reisen und diesen Blog aktuell zu halten ;)

Das Spendenkonto läuft über meine Eltern :)

Natürlich habe ich auch etwas Positives zu berichten. Heute Morgen nahm ich am 4km Silvesterlauf teil, den ich mit 16:25 Minuten beendete. Nach 1 ½ Wochen Training kann man diese Zeit als „gut“ betrachten. Bei einem Croissant und leckerem Champagner nach dem Lauf wurde noch die eine oder andere Bekanntschaft geknüpft, die mich wiederrum überreden wollte, doch am nächsten Samstag wieder an den Start zu gehen. Das ist aber abhängig von unserem Van.

Und zu guter Letzt wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich ein Bericht über mich, meine Australienreise und den Silvesterlauf in der Zeitung (RGA) erscheinen. Seid gespannt!

Übrigens wünsche ich euch allen ein frohes, neues Jahr. Man hört und sieht sich im neuen Jahr!

Euer Niclas


Merry Aussie Christmas!

Heute ist der Tag gekommen, jedenfalls für euch: Es ist Weihnachten!

Wir, die ganze AustraliaTravelCrew, wünschen euch allen eine frohe Weihnacht mit vielen tollen Geschenken. Bei uns wird erst am 25. Dezember offiziell Weihnachten gefeiert. Somit müssen wir uns noch einen Tag gedulden.

Dennoch möchte ich einige (virtuelle) Geschenke verteilen und Danksagungen an einige Personen richten. Besonders zu betonen sind natürlich meine Eltern, denn ohne sie wäre eine solche Reise nicht denkbar gewesen. Deswegen gibt es auch das versprochene Bild mit meinen neuen Laufschuhen. Eine frohe und besinnliche Weihnacht wünsche ich euch, natürlich auch dir, Sarah.

Und weiter geht es mit Laura. Ich weiß zwar selber nicht, ob mein Weihnachtsgeschenk dich pünktlich erreicht oder nicht, dennoch wünsche ich dir eine wundervolle Weihnacht. Bestell dicke Grüße an den Rest deiner Familie.

Fabian, für dich habe ich einen kleinen Track in den letzten Wochen produziert. Er ist zwar nicht komplett fertig aber hier ein Deal: Wir mixen ihn gemeinsam zu Ende, wenn ich wieder da bin ;) Merry Christmas!

http://snd.sc/tK6MOd

Natürlich dürfen meine LG Jungs nicht fehlen: Trainiert fleißig weiter und trinkt nicht zu viel Glühwein und wenn doch, trinkt für mich einen mit. Frohe Weihnachten wünsche ich euch!

Edith und Richard -meine treusten Leser-, euch wünsche ich selbstverständlich auch eine wunderbare, besinnliche Weihnacht. Diese Grüße richten sich natürlich an meine Pathentante und meinen Pathenonkel.

Euer Niclas, der sich gerade in der Nähe von Sydney befindet ;)


Die weite Reise

Unseren letzten Arbeitstag haben wir erfolgreich hinter uns gebracht, auch, wenn dieser auf den 4. Advent fiel. Dafür hieß es dann wieder „Cash in die Täsch“ und so ging es am Dienstag, den 20.12.2011, mit vollen Taschen auf nach Melbourne. Unser erster Zwischenstopp hieß „Coffs Harbour“. Schöne Stadt mit einem reizvollen Hafen, solange nicht die Seitenscheibe von Hannes Auto in der vorherigen Nacht eingeschlagen wird. So durften wir den Morgen mit einer Suchaktion nach einer neuen Scheibe verbringen. Man hat ja sonst nix zu tun. Doch wie es doch so schön heißt: „No worries!“

Mit diesen Gedanken zog es uns am Vormittag an den Hafen von Coffs Harbour. Bei „noch“ schönem Wetter genossen wir einen einzigartigen Blick auf die komplette Stadt und begutachteten die Schlecht- Wetterfront, die sich langsam über die Stadt schob. Aber für einen Remscheider mit Regentanzerfahrung (siehe auch den neusten RS- Rap) war es mir möglich, gut abzuschätzen, wann denn die ersten Tropfen fallen mögen. Denn man möchte doch noch das Weihnachtsgeschenk von den Eltern einkaufen gehen: Asics Noosa Tri 7. Laufschuhe für den Niclas um auch endlich wieder ins Training einzusteigen. Ziel ist es in Melbourne bei einem Sylvesterlauf an den Start zu gehen.  Somit hieß es nicht „lange warten“ und „Tee trinken“, sondern ab auf die Straße und mit denn neuen Schuhen das Training beginnen. Nach bereits 40 Minuten war mein Training beendet – ich weiß, Training kann man sowas nicht nennen- aber die Suche nach einer Dusche gestaltete sich doch einfacher als gedacht. Frisch geduscht hatte man plötzlich das Problem, wie man bloß die vorher verlorenen Kalorien wieder drauf  bekommt. Die Antwort war simple: McDonalds.

So sind wir dann am Abend und einem BigMac Bäuchlein auf in Richtung Port Macquarie aufgebrochen. Auf halber Strecke fanden wir einen Road Stop, auf dem wir die Nacht verbracht haben um unsere Weiterreise am nächsten Tag ausgeschlafen anzutreten.

Ausgeschlafen standen wir am nächsten Morgen vor unserem  Van und aßen zusammen eine Schnitte Marmeladenbrot gefolgt von einem Becher Kaffee, der uns letztendlich die Müdigkeit aus den Augen veretrieb. Somit waren wir auch schon startklar für die Stadt Port Macquarie, die wir nach ca. 2 Stunden Fahrt schließlich erreichten. Nach einer kleinen Sightseeing Tour fing es auch hier an zu regnen. Ich habe langsam das Gefühl, dass uns die Regenfront  an den Fersen klebt. Unterschlupf fanden wir in einem kleinen Burger- Shop, in dem auch unser Lunch statt fand. Doch auch unser Glück hatte nun auch ein Ende, nachdem wir unseren Van wieder erreichten. Dieser wollte nicht mehr anspringen.  Unser erster Tipp fiel auf die Batterie, doch da Licht und Radio einwandfrei funktionierten kam der Gedanke auf, dass der Starter oder die Zündkerzen hinüber sind. Ein Glück, dass wir Hannes dabei haben um verschiedene Werkstätten abzufahren, doch die Suche nach einer freien Werkstatt äußerte sich als schwierig. Entweder fallen bei allen Australiern die Motoren über die Weihnachtszeit aus  oder jeder möchte sein Auto mit jeglichen Schnickschnack aufrüsten, da das Weihnachtsgeld des Chefs eingetroffen ist. Keine Werkstatt hatte nämlich einen freien Termin für uns bis wir schließlich die letzte Werkstatt auf unserer Suchliste besuchten und wie das Glück so will, handelte dieser Werkstattbesitzer sofort und rief erstmal den Abschleppdienst an um unseren Van zu sich zu bringen. Vorort wurde dann das Problem untersucht und gefunden: Die Batterie war zu schwach um den Motor zu starten bzw. wurde nur noch leicht von der Lichtmaschine geladen. Mit einem Glücksgefühl, dass es „nur“ die Batterie sei, wurde eine neue Batterie eingebaut und unser Geldbeutel war um gut 200$ leichter. Doch dafür konnten wir nun unsere Weiterreise antreten, die uns über Nelson Bay und Newcastle führte. Wie es aussieht werden wir auch wohl Weihnachten in der Nähe von Sydney verbringen. Ich hoffe ich finde dort eine Kirche um die Familientradition weiter zu führen ;) Für diejenigen, die sich für meine Unterkunft auf der der Farm interessieren, habe ich noch ein paar Bilder parat.

Über Weihnachten habe ich auch für den ein oder anderen eine kleine Weihnachtsüberraschung. Also, liebe Leute, schaut die nächsten zwei Tage hier vorbei.


Der Rücken schmerzt

Die letzten Tage waren sehr anstregend und schweißtreibend. Wir hatten die ehrenvolle Aufgabe erhalten, das Kupfer aus Elektro- Motoren zu entfernen, die verstreut auf den Wiesen lagen und in den Shed gebracht werden mussten. Leichter gesagt als getan.

Wenn man erst die Motoren, die zwischen 30kg und 100kg wiegen, auf den Tisch bekommen hat, hieß es nun die verrosteten Schrauben zu lösen und das Gehäuse zu entfernen, so, dass die Welle aus dem Motorblock befreit werden kann. Da das Kupfer in den Motorblock eingepresst wurde, mussten wir die Blöcke in Feuer geben um somit das Kupfer letztendlich zu lösen.

“Knochenarbeit” nenne ich sowas.

Der Rücken bleibt bei solch einer Arbeit nicht verschont und wird sicherlich die nächsten Tage weiterhin schmerzen.

Doch keine Angst. Mir geht es sonst prima!

Morgen ist Stichtag, das heißt, wir werden erfahren, ob wir eine weitere Woche auf der Farm bleiben können oder schon am kommenden Wochenende abreisen müssen. Dann heißt es nämlich: Auf in Richtung Melbourne.


Cya later!

Update: Anscheinend wurde unser Auto doch umgeschrieben. Ich habe nämlich heute Post vom Strassenverkehrsamt bekommen.

Nach knapp drei Wochen Wartezeit wird es langsam mal wieder Zeit für einen Artikel über meinen Stand der Dinge.

Es fällt mir selber schwer, die letzten Wochen in Worte zu fassen. Ich habe sehr tolle Menschen kennen gelernt und das wahre Gesicht Australiens zu spüren bekommen. Deswegen schreibe ich selber sehr gespannt diesen Artikel und schaue mit Freude auf meine bisherigen Erlebnisse, Erfahrungen und Begegnungen, gefüllt mit Freude aber auch mit Rückschlägen, zurück. Doch eine Sache ist jetzt schon sicher: Ich liebe den „Australian Way of Life“

Rückblick: Der letzte Artikel handelte noch unteranderem von unserem Besuch einer Hinterhofwerkstatt in Brisbane, in der der Motor unseres Econovans ausgetauscht wurde und der Chef uns angeboten hat, ein Bett in unseren Van zu bauen. Wir waren aber über dieses Angebot sehr skeptisch, da uns dieser nicht sehr vertrauenswürdig rüber kam. Außerdem erhielten wir von unserem Autohändler eine SMS, die besagte, dass wir 100 $ für das Abschleppen bezahlen müssten. Ich sage nur eins dazu: Das sind alles Betrüger und Halsabschneider (später zeigt sich noch „warum?“)

Deprimiert, lustlos und mit dem Gedanken kein Schlafplatz zu finden sind wir am Donnerstag, den 17.11.2011, zum Ikea und in einem Camping- Shop gefahren um die ersten Besorgungen für unseren Van zu tätigen. Zwischen Missverständnissen und kleinen Streitigkeiten beim Einkauf zwischen Ilya und mir sind wir dann am Abend hungrig zum Aldi gefahren. Dort trafen wir Michael, ein Deutscher, der schon über 30 Jahre in Australien lebt und uns direkt eine Schlafmöglichkeit in seinem Haus anbot, nachdem wir ihm unsere jetzige Situation erzählt hatten. Lange zögerten wir nicht und nahmen sein Angebot dankend an.

Deswegen mein Facebook- Eintrag: „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“

Dort angekommen erwartete uns gleich ein sehr gemütliches Haus und einem Resort- änhlichem Garten mit Pool und allem Extra. Als Sahnehäubchen für mich: Michael hat sein eigenes Tonstudio.

Nach einem leckeren Abendessen, bei dem wir ihm unsere weiteren Sorgen erzählt hatten, ging es dann für uns ins Bett um am nächsten Tag fit für den Betteinbau in unserem Van zu sein. Mit einem angeschwollen Finger (Mosquito- Stich)sind wir am nächsten Tag mit Michael und Robert (Michaels Bekannter) in den nächsten Baumarkt und Schrottplatz gefahren um das Holz für das Bett zu besorgen. Dann wurden Kreissäge und Akkuschrauber angeschmissen und nach ca. 6 Stunden schweißtreibender Arbeit in der prallen Sonne war das Ding im Kasten.

Das Wochenende haben wir mit guter und endlich wieder entspannter Laune verbracht. Kleine Hausarbeiten wurden erledigt und kleine Insider- Tipps und Kontaktadressen (für die Arbeitsuche) erhalten. Doch am Montag sanken Ilyas und meine Laune auf Rekordtief nach einem Besuch beim Straßenverkehrsamt um eine Unstimmigkeit in der Strassenzulassung (Rego) zu klären. Dabei haben wir erfahren, dass der Autohändler das Auto nicht auf uns umgeschrieben hat. Ein Gespräch mit ihm am Telefon wurde durch ein „auflegen“ seinerseits beendet. Seriosität sieht anders aus. Doch durch den Kaufvertrag ist bewiesen, dass das Auto uns gehört, was auch die Dame vom Strassenvekehrsamt bestätigte und die Möglichkeit äußerte, den Van bei Ablauf der Rego auf unsere Namen umzuschreiben.

Ein weiterer Werkstattbesuch erhöhte die Kosten des Vans um weitere 1000$, da einige Reparaturen gemacht werden müssen. Doch wie es hier so schön heißt: „No worries!“

So zogen wir dann am Dienstag, denn 22.11.2011, beim Michael aus um unsere Reise endlich anzutreten. Die Reparaturen werden wir im Laufe unserer Reise „fixen“.

Ein großes Dankeschön geht hier nochmal an Michael. Er ist ein toller Mensch, der uns den eigentlichen Startschuss für unsere Reise gegeben hat und uns so großartig unterstützt hat. Danke.

„So habe ich mir Australische Gastfreundlichkeit vorgestellt, Michael.“

Erstes Ziel: Wieder Byron Bay und dann Stanthorpe

So saßen wir da, in unserem Van, und tuckerten mit 80 km/h auf der linken Spur über den Highway in Richtung Byron Bay. Hinter uns folgte uns Hannes, den wir in Brisbane getroffen haben und die gleichen Ziele, wie wir sie haben, verfolgt. Ca. 2 ½ Stunden später und keiner Idee einen geeigneten Schlafplatz zu finden, drehten wir einige Runden durch Byron Bay und besichtigten den örtlichen Strand. Spontan und frei, wie man hier ist, nahmen wir dann den Parkplatz von Woolworth in Anspruch und verbrachten die erste Nacht ihm Van.

Die nächsten zwei Tage in Byron Bay waren eher uninteressant. Es war kalt und die ganze Zeit am Regnen.

„Ein Glück, das ich hier schon bei schönerem Wetter war.“

So beschlossen wir am Donnerstag, den 24.11.2011, weiter nach Stanthorpe zu reisen um dort unsere Reisekasse mit einem Fruit- Picking Job aufzufüllen. Nach einem Zwischenstopp in Tenterfield für eine Nacht, erreichten wir am Freitag, den 25.11.2011, Stanthorpe und wurden dort gleich enttäuscht, da angeblich ein großer Ansturm an arbeitswilligen Backpackern herrsche und für uns momentan keine Jobs da wären. Wir könnten aber ein Formular ausfüllen, um auf eine Warteliste gesetzt zu werden.

„No, thank you. Cya later. “

Ich bin nicht hier um auf eine Warteliste gesetzt zu werden, sondern ich möchte schnelles Geld verdienen um mich über Wasser zu halten. Ansonsten wäre ich kein Backpacker.

So standen wir nun da. Das Geld war zwar knapp aber unsere Freiheiten kann uns keiner nehmen.

„Warum fahren wir nicht in den Süden, nach Melbourne und schauen uns in diesem Gebiet nach Arbeit um? Ich habe auf der Government Website gelesen, dass da unten verstärkt Backpacker gesucht werde“

Ilya und Hannes bejahten meine Frage, doch um diese Idee weiter auszubauen aßen wir zunächst eine Kleinigkeit in einem Pub in Wallangara. Wir waren die einzigen Besucher zu dieser Stunde und wurden gleich von der Betreiberin begrüßt. Bei Fish & Chips und einem leckeren Bier erzählten wir ihr unsere Lage, dass wir auf der Suche nach Arbeit sind.

Ihre Reaktion war darauf, dass sie einen Farmer kennen würde, der momentan auf der Suche nach ein paar Arbeitern wäre. Sie würde diesen gleich mal anrufen.

Eine Stunde später erschien auch der besagte Farmer im Pub und bot uns direkt einen Job für zunächst eine Woche an. Essen und Unterkunft inklusive.

„Das hört sich ja gut an. Besser als gar keinen Job zu haben.“

So ging es wieder zurück nach Tenterfield und von dort aus ca. 70 km ins Landesinnere, bis wir schließlich auf seiner Farm ankamen, abgeschirmt von der Zivilisation.

Wir wurden der Familie vorgestellt, bezogen unsere Zimmer und konnten schon am nächsten Tag mit der Arbeit beginnen.

Unsere Tätigkeiten sind beim Wiederaufbau seiner Farm zu helfen, die durch die Flut im Januar fast versenkt wurde. Das heißt, Bewässerungschläuche aufrollen, Schrott hin und her fahren, Reparaturen an Häusern und Zäunen durchführen, Waschmaschinen reparieren – ein Glück, dass ich drei Jahre Elektrotechnik hatte -, Fundamente legen und Brennholz sammeln und schneiden, das er dann weiterverkauft.

Es ist ein ganz anderes Gefühl, abseits von der „Zivilisation“ zu leben. Man steht hier fast jeden Tag um 5 Uhr auf, wäscht sich aus Eimern oder Kanistern, wenn die Pumpe ausgefallen ist, trinkt gefiltertes Regenwasser, bereitet sich das Frühstück und Abendessen durch einen Camping- Kocher zu und plagt sich mit giftigen Spinnen und Schlangen rum, die während der Arbeit einem über den Weg huschen. Abenteuer pur!

Doch durch die anfallenden Arbeiten, ist es mir erlaubt, mit dem Motorrad über die Felder zu ziehen, einen Ute mit Anhänger und später vielleicht auch noch den Traktor zu fahren und einfach das australische Farmleben kennen zu lernen und die Natur zu genießen.

Unser Aufenthalt, hier auf der Farm, hat sich jetzt auf zwei Wochen erhöht. Wir hoffen, dass wir noch eine dritte Woche arbeiten dürfen, um dann mit vollen Taschen Weihnachten und Sylvester in Melbourne zu verbringen.

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