Nach knapp vier Wochen kann ich heute meinen ersten arbeitsfreien Tag genießen und mir die Zeit dafür nehmen, meinen Blog auf den aktuellen Stand zu bringen. Nach einem Monat warten ist dies auch nötig um euch, meine Fans, nicht im Stich zu lassen.
Einige von euch wurden durch Facebook über meine Lage informiert und wissen auch, dass ich seit zwei Wochen meinen eigenen Weg mit meinem Campervan bestreite. Dazu ist es durch eine Auseinandersetzung mit meinem Reisepartner Ilja gekommen. Die Gründe möchte ich dennoch nicht öffentlich nennen. Wer Interesse daran hat, kann mir ruhig eine Email schreiben.
Anyway!
Mein Arbeit auf der Farm habe ich am letzten Sonntag niedergelegt und mich auf dem Weg gemacht, näher in Richtung Stadt zu rücken. Die letzten 1 ½ Monate waren eine sehr eindrucksvolle Zeit. Ich muss gestehen, dass die Farm schon zu meiner zweiten Heimat wurde und es mir dadurch schwerer fiel sie wieder zu verlassen. Erfahrungen habe ich sehr viele gewonnen, wie auch die Freundschaft zu meinem Arbeitskollegen Doug, die durch kommende Besuche weiter gepflegt wird. Doug, der sehr geduldig aber auch manchmal streng mit mir war, habe ich es zu verdanken, einen großen Einblick in die Aufgaben eines „Fruit in Hands Technician“ zu gewinnen. Thinning, weeding, pruning, picking und packing standen auf dem Wochenprogramm und auch, wenn diese Begriffe sich „einfach“ anhören, so kann ich auch nur das Gegenteil behaupten. Denn auch mir sind noch in der letzten Woche einige Fehler unterlaufen.
Durch zwei französische Wwoofer, die für knapp zwei Wochen auf der Farm gelebt haben, hatte ich die Möglichkeit für vier Tage auf einer anderen Farm zu arbeiten, da ich deren Auto zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Warum habe ich denn nicht mein Auto genommen? Ja, dies war einer der ausschlaggebende Punkte, warum sich die Wege zwischen mir und Ilja getrennt haben. Ich habe den Van nämlich nicht bekommen. Die Worte der Franzosen, dass Backpacker zusammen halten müssten, konnte ich nur mit einem Schmunzeln untermauern.
In der letzten Woche hat dann der Farmer Rob dann immer weniger Arbeit für mich gehabt, so, dass ich mich nach einer anderen Arbeitsstelle umschauen musste. Die erste Anlaufstelle war das “Madec„ Harvest Office in Mildura und wie mich das Glück in der Jobsuche jedesmal packt, so wurde ich direkt zu meinem nächsten Job vermittelt. Am Montag, den 20.02.2012, werde ich als „Research Projects Officer“ für die staatliche Institution „CSIRO“ arbeiten. Die Stelle werde ich bis Anfang April besetzen und die Bezahlung ist mehr als gut.
Ab sofort möchte ich, dass ihr mich nur noch „Officer“ nennt!
Diese Woche habe ich mit einem Fruit Picking Job (Grapes) überbrückt um ein bisschen Taschengeld zu verdienen. Auch meine Meinung, dass man durch einen Fruit Picking Job seine Reise nur unzureichend finanzieren kann wurde in dieser Woche wiederlegt. Es ist möglich, wenn man hart genug arbeitet.
Momentan befinde ich mich auf einem Caravan Park, ca. 20km von Mildura entfernt und genieße nun meine neuen Freiheiten. Alleine lässt es sich doch besser Reisen, auch, wenn ich nun für alle Kosten aufkommen muss. Doch dafür haben sich auch meine Chancen in der Jobsuche erhöht, denn zu zweit hätte ich den „Officer“ Job niemals bekommen.
Meine Nachbarn sind auch Backpacker mit denen ich schon lustige Abende verbracht habe. Ab Morgen geht dann die Suche nach einem neuen Caravan Park weiter, der näher an meiner Arbeitsstelle liegt. Aufgeregt und gespannt schaue ich nun auf meinen neuen Job.
Drückt mir die Daumen!