Es ist 19:41 Uhr und ich sitze hier mit meiner neuen Reisepartnerin Ines in einem Wald in der Nähe von Lorne während das nächtliche Tierreich spazieren geht und uns anscheinend beobachtet.
Letzten Samstag hatte die Mildura Ära auch ein Ende. Mit viermonatiger Arbeit in den Knochen, einem gut gefüllten Konto und dem Second Visa in der Tasche ging es an dem besagten Morgen nach Melbourne um dort mich mit potenziellen Reisepartnern zu treffen, die auf mein Angebot über eine Internetseite eingegangen sind.
Es war eine tolle Zeit, die ich in Mildura verbracht habe. Rob, mein Farmer, hat sich am letzten Tag nochmals bei mir bedankt und geäußert, dass ich eine tatkräftige Unterstützung war.
„Sehr geil!“
Nach einer holprigen Nacht im Lerderberg State Forest, begab ich mich am Sonntag für die letzten 50km auf den Highway um Melbourne zu erreichen. Aufgrund des schrecklichen Verkehrs in Melbourne musste ich das erste Treffen um eine halbe Stunde verschieben, das aber dennoch bei einem Kaffee gemütlich verlief. Das zweite Gespräch mit Ines war für drei Uhr angesetzt. Genug Zeit um in der National Gallery of Victoria zu stöbern. Die Zeit verstrich im Flug und das Allgemeinwissen, was Kunst angeht, wurde verbessert, wenn auch nur in geringen Mengen
Dann war auch schon das Meeting mit Ines, das äußerst positiv verlief und die Entscheidung auch letztendlich auf sie fiel.
Die letzten Details wurden am Abend übers Telefon ausgetauscht und der wundervolle Blick vom Skydeck 88 auf die Lichterstadt Melbourne wurde in großen Zügen genossen.
Am darauffolgenden Morgen holte ich Ines mit ihrem Gepäck um 10.30 Uhr vom Hostel ab und ließ mir den Strand von St. Kilda zeigen, auf dem momentan die Pinguine zu sehen sind. Leider sind sie erst bei Sonnenuntergang zu betrachten.
Im nächstbesten Shopping-Center haben wir uns dann noch mit reichlich Essen eingedeckt um die Tage auf der Great Ocean Road zu überleben. Gegen Nachmittag starteten wir auch unsere gemeinsame Reise. Versehentlich geriet ich dann auch noch in Melbourne auf eine Mautstraße ohne Genehmigung. Das Schild, was einem die Fahrt ohne eine Genehmigung kostet, trieb mir den Schock erst recht in mein Gesicht
„Verdammt! Nicht schon wieder 100$ Strafe zahlen.“
Doch nach einem Telefonat mit der Mautstelle wandelte sich der Schock in pure Freude.
„Das ist kein Problem. Sie können die Genehmigung für 13,50$ nachkaufen“.
Gesagt, getan. Lieber 13,50$ zahlen als die Strafe.
Weiter ging es dann nach Geelong in Richtung Great Ocean Road (GOR). Da es schon dunkel war, wir müde und uns nur noch einige Kilometer vor der GOR befanden begaben wir uns auf die Suche nach einem Caravan Park. Die Suche verlief aber sehr schleppend da viele schon geschlossen hatten. Die letzte Hoffnung war in einem Hostel zu finden. Der freundliche, junge Mann an der Rezeption half uns bei der Suche und rief sogar für uns bei einem Caravan Park an, der sich ca. 6km von uns entfernt befand. Ich war aber schon kurz davor zur nächsten Polizeistelle zu fahren um die Herren im Dienst zu fragen, wo man den übernachten könnte ohne nicht gleich eine Strafe zu kassieren. „Wild Camping“ in Australien wird nicht von den Behörden geduldet und mit ca. 125$ Strafe (Victoria) geahndet.
Aber so weit ist es nun doch nicht gekommen. Damit war die Suche beendet und ein geeigneter Schlafplatz gefunden.
Bei einem leckeren Kaffee, gefolgt von einer Schnitte Nutella- Brot betrachtete ich den Sonnaufgang am nächsten Morgen. Bei klarem Himmel und einer angenehmen, sommerlichen Temperatur mit einer kühlen Briese begaben wir uns auf die GOR. Kaum hatten wir die ersten Meter hinter uns gebracht war ich schon voll und ganz von dem Meeresblick und der Natur begeistert.
Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Schaut sie euch einfach an.
Natürlich durfte auch der Wasserfall in der Nähe von Lorne nicht fehlen, denn ich mit stinkenden Bremsen erreicht hatte. Der Blick auf den Wasserfall war dies aber wert.
Ok, um ehrlich zu sein war ich doch schon ein bisschen aufgeregt ob ich auch den steilen Berg mit ca. 2,5 Tonnen unterm Hintern wieder hoch komme. Im ersten Gang hat aber alles wunderbar geklappt.
Hungrig machten wir uns wieder zurück nach Lorne und bereiteten unser Abendessen an einen der Barbecue- Grills zu. Da der Strand direkt um die Ecke war, durfte natürlich ein Sprung ins eiskalte Wasser auch nicht fehlen.
Über 200km haben wir noch vor uns, die ganz schön lang sein können, wenn man nur alleine an die Sehenswürdigkeiten und Lookouts denkt.
Den 09.05. haben wir zum größten Teil in der Nähe von Lavers Hill verbracht und uns in den Otway Hochseilgarten gewagt. Bei Regen – sonst wäre es ja kein Regenwald- ging es zunächst 28m über den Erdboden hoch bis wir schließlich einen Aussichtsturm erreichten, der weitere 17m hoch war. Zwar schaukelte alles hin und her, doch die Aussicht aus 45m Höhe auf einen Regenwald war atemberaubend. Weiterhin ist dies der höchste Hochseilgarten auf der ganzen Welt, wenn meine Informationen stimmen.
Nass und mit über 100 Bildern schwerer ging es dann auf in Richtung Johanna Beach, wo wir auch die Nacht verbracht hatten.
10.05.2012
Dann standen auch schon die Twelve Apostels, weitere Lookouts (London Bridge,…) und natürlich die Küste selber auf dem Tagesprogramm.
An dieser Stelle kann ich wieder nur auf die Bilder verweisen. Es ist einfach traumhaft!
„Laura, das wäre echt was für dich.“
Nach einem Essenseinkauf in Warnambool ging es am Abend auf den nächsten Caravan Park.
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