Archiv der Kategorie: Australien 2011

That’s life!

„Ein Glück, wir haben es geschafft! Wir haben Melbourne sicher erreicht.“ Diese Worte ertönten in meinem Kopf, als wir das Ortseingangsschild von Melbourne passierten.

„Schnell noch was essen und auf in die nächste Werkstatt!“

Ihr werdet euch sicherlich fragen, was in den letzten Tagen passiert ist und ich wünsche im Voraus keinem so viel Pech, wie wir ihn hatten.

Die Story beginnt auf dem Weg zwischen Sydney und Goulburn am 1. Weihnachtstag. Nachdem wir unseren Van vollgetankt hatten, saßen wir (noch) mit einem Lächeln im Gesicht auf unseren Sitzen und freuten uns auf die bevorstehenden 700km um schließlich Melbourne zu erreichen. Doch nach ca. 150km machte sich hinten rechts ein Poltern bemerkbar und wir wussten genau, dass das kein normales Geräusch ist.

„Wir müssen unbedingt an der nächsten Tankstelle anhalten! Hoffentlich fliegt bis dahin nichts ab!“ Kaum waren diese Worte ausgesprochen, erreichte das Poltern seinen Höhepunkt bis schlagartig ein Knall vernehmbar war und der Van schwer kontrollierbar über den Highway huschte bis wir ihn schließlich auf dem Seitenstreifen zum Stillstand bringen konnten. Adrenalin machte sich in meinem Körper bemerkbar als ich die Tür öffnete und das Unheil betrachten wollte.

„Reifenplatzer. Diesen Reifen hat es voll erwischt. Das kann natürlich auch nur uns passieren.“

Das Reserverad wurde mit Mühe und mit der Hilfe eines Australiers, der netterweise für uns angehalten hat, installiert, doch der Anblick des Reserverads sprach für sich: abgenutzt und platt. „Damit kommen wir nur bis zum nächsten Roadstop und nicht weiter.“ Mit 60km/h auf dem Seitenstreifer- legal ist das nicht- schaukelten wir uns zum Roadstop um von dort aus weitere Pläne zu schmieden. Die nächste, größere Stadt war Goulburn, die ca. 30km von uns entfernt war. Zum Glück haben wir Hannes dabei, der uns mit seinem Auto dahin fuhr, um dort einen Reifenhändler aufzusuchen. Doch das Pech breitete sich weiter aus. Es war natürlich Weihnachten und alle Geschäfte hatten geschlossen. Somit waren wir gezwungen zwei Tage auf dem Roadstop zu verbringen. An dem darauffolgenden Dienstag fanden wir dann durch Zufall einen kleinen Reifenhändler,- die größeren Händler hatten noch immer geschlossen- der aber nur größere Reifen für unseren Van im Sortiment hatte. Das hieß wieder, statt einem Rad, mussten wir zwei Räder wechseln lassen. Weiterhin mussten es „Light Truck“ Räder sein, die mehr Belastung vertragen als gewöhnliche Reifen. Der Reifenpreis schoß somit auf 140$ pro Reifen.

Nachdem der Van hochgebockt wurde, begutachteten wir auch noch die Hinterachse. Natürlich- sonst wäre es doch langweilig- ist auch die Achse krumm. Wir wussten zwar, dass unser geplatzter Reifen schlingerte, doch wir hätten niemals die Achse als Ursache in Betracht gezogen. Diese Betrachtung wurde durch eine Werkstatt in Brisbane bestärkt, da der Mechaniker nichts an der Hinterachse auszusetzen hatte. Aber jetzt lag es wenigstens auf der Hand: Der Reifen platzte aufgrund einer krummen Hinterachse.

Nun standen wir da mit wenig Geld, einer krummen Hinterachse und der Sorge, Melbourne über Silvester nicht zu erreichen. Aber was wäre das Leben ohne Risiko? Somit standen wir schon eine kurze Zeit später mit zwei neuen Reifen auf der Straße. Vor uns lagen ca. 550km, die wir mit einer krummen Hinterachse bezwingen mussten und, was soll man sagen, wir haben es geschafft! Wir haben Melbourne sicher erreicht!

Doch der nächste Werkstattbesuch ließ die Motivation wieder auf Null sinken. 400$ für eine neue Hinterachse mit Einbau. So langsam wir es echt knapp mit dem Geld. Sprit, Benzin, Reparaturen, Essen und Internetkosten lassen das verdiente Gehalt ziemlich schnell auf Null sinken. Dabei habe ich mir noch nicht mal eine Kleinigkeit gegönnt. „That`s life!“

Doch über eine kleine Spende eurerseits würde ich mich sehr freuen um weiter zu reisen und diesen Blog aktuell zu halten ;)

Das Spendenkonto läuft über meine Eltern :)

Natürlich habe ich auch etwas Positives zu berichten. Heute Morgen nahm ich am 4km Silvesterlauf teil, den ich mit 16:25 Minuten beendete. Nach 1 ½ Wochen Training kann man diese Zeit als „gut“ betrachten. Bei einem Croissant und leckerem Champagner nach dem Lauf wurde noch die eine oder andere Bekanntschaft geknüpft, die mich wiederrum überreden wollte, doch am nächsten Samstag wieder an den Start zu gehen. Das ist aber abhängig von unserem Van.

Und zu guter Letzt wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich ein Bericht über mich, meine Australienreise und den Silvesterlauf in der Zeitung (RGA) erscheinen. Seid gespannt!

Übrigens wünsche ich euch allen ein frohes, neues Jahr. Man hört und sieht sich im neuen Jahr!

Euer Niclas


Der Rücken schmerzt

Die letzten Tage waren sehr anstregend und schweißtreibend. Wir hatten die ehrenvolle Aufgabe erhalten, das Kupfer aus Elektro- Motoren zu entfernen, die verstreut auf den Wiesen lagen und in den Shed gebracht werden mussten. Leichter gesagt als getan.

Wenn man erst die Motoren, die zwischen 30kg und 100kg wiegen, auf den Tisch bekommen hat, hieß es nun die verrosteten Schrauben zu lösen und das Gehäuse zu entfernen, so, dass die Welle aus dem Motorblock befreit werden kann. Da das Kupfer in den Motorblock eingepresst wurde, mussten wir die Blöcke in Feuer geben um somit das Kupfer letztendlich zu lösen.

“Knochenarbeit” nenne ich sowas.

Der Rücken bleibt bei solch einer Arbeit nicht verschont und wird sicherlich die nächsten Tage weiterhin schmerzen.

Doch keine Angst. Mir geht es sonst prima!

Morgen ist Stichtag, das heißt, wir werden erfahren, ob wir eine weitere Woche auf der Farm bleiben können oder schon am kommenden Wochenende abreisen müssen. Dann heißt es nämlich: Auf in Richtung Melbourne.


Cya later!

Update: Anscheinend wurde unser Auto doch umgeschrieben. Ich habe nämlich heute Post vom Strassenverkehrsamt bekommen.

Nach knapp drei Wochen Wartezeit wird es langsam mal wieder Zeit für einen Artikel über meinen Stand der Dinge.

Es fällt mir selber schwer, die letzten Wochen in Worte zu fassen. Ich habe sehr tolle Menschen kennen gelernt und das wahre Gesicht Australiens zu spüren bekommen. Deswegen schreibe ich selber sehr gespannt diesen Artikel und schaue mit Freude auf meine bisherigen Erlebnisse, Erfahrungen und Begegnungen, gefüllt mit Freude aber auch mit Rückschlägen, zurück. Doch eine Sache ist jetzt schon sicher: Ich liebe den „Australian Way of Life“

Rückblick: Der letzte Artikel handelte noch unteranderem von unserem Besuch einer Hinterhofwerkstatt in Brisbane, in der der Motor unseres Econovans ausgetauscht wurde und der Chef uns angeboten hat, ein Bett in unseren Van zu bauen. Wir waren aber über dieses Angebot sehr skeptisch, da uns dieser nicht sehr vertrauenswürdig rüber kam. Außerdem erhielten wir von unserem Autohändler eine SMS, die besagte, dass wir 100 $ für das Abschleppen bezahlen müssten. Ich sage nur eins dazu: Das sind alles Betrüger und Halsabschneider (später zeigt sich noch „warum?“)

Deprimiert, lustlos und mit dem Gedanken kein Schlafplatz zu finden sind wir am Donnerstag, den 17.11.2011, zum Ikea und in einem Camping- Shop gefahren um die ersten Besorgungen für unseren Van zu tätigen. Zwischen Missverständnissen und kleinen Streitigkeiten beim Einkauf zwischen Ilya und mir sind wir dann am Abend hungrig zum Aldi gefahren. Dort trafen wir Michael, ein Deutscher, der schon über 30 Jahre in Australien lebt und uns direkt eine Schlafmöglichkeit in seinem Haus anbot, nachdem wir ihm unsere jetzige Situation erzählt hatten. Lange zögerten wir nicht und nahmen sein Angebot dankend an.

Deswegen mein Facebook- Eintrag: „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“

Dort angekommen erwartete uns gleich ein sehr gemütliches Haus und einem Resort- änhlichem Garten mit Pool und allem Extra. Als Sahnehäubchen für mich: Michael hat sein eigenes Tonstudio.

Nach einem leckeren Abendessen, bei dem wir ihm unsere weiteren Sorgen erzählt hatten, ging es dann für uns ins Bett um am nächsten Tag fit für den Betteinbau in unserem Van zu sein. Mit einem angeschwollen Finger (Mosquito- Stich)sind wir am nächsten Tag mit Michael und Robert (Michaels Bekannter) in den nächsten Baumarkt und Schrottplatz gefahren um das Holz für das Bett zu besorgen. Dann wurden Kreissäge und Akkuschrauber angeschmissen und nach ca. 6 Stunden schweißtreibender Arbeit in der prallen Sonne war das Ding im Kasten.

Das Wochenende haben wir mit guter und endlich wieder entspannter Laune verbracht. Kleine Hausarbeiten wurden erledigt und kleine Insider- Tipps und Kontaktadressen (für die Arbeitsuche) erhalten. Doch am Montag sanken Ilyas und meine Laune auf Rekordtief nach einem Besuch beim Straßenverkehrsamt um eine Unstimmigkeit in der Strassenzulassung (Rego) zu klären. Dabei haben wir erfahren, dass der Autohändler das Auto nicht auf uns umgeschrieben hat. Ein Gespräch mit ihm am Telefon wurde durch ein „auflegen“ seinerseits beendet. Seriosität sieht anders aus. Doch durch den Kaufvertrag ist bewiesen, dass das Auto uns gehört, was auch die Dame vom Strassenvekehrsamt bestätigte und die Möglichkeit äußerte, den Van bei Ablauf der Rego auf unsere Namen umzuschreiben.

Ein weiterer Werkstattbesuch erhöhte die Kosten des Vans um weitere 1000$, da einige Reparaturen gemacht werden müssen. Doch wie es hier so schön heißt: „No worries!“

So zogen wir dann am Dienstag, denn 22.11.2011, beim Michael aus um unsere Reise endlich anzutreten. Die Reparaturen werden wir im Laufe unserer Reise „fixen“.

Ein großes Dankeschön geht hier nochmal an Michael. Er ist ein toller Mensch, der uns den eigentlichen Startschuss für unsere Reise gegeben hat und uns so großartig unterstützt hat. Danke.

„So habe ich mir Australische Gastfreundlichkeit vorgestellt, Michael.“

Erstes Ziel: Wieder Byron Bay und dann Stanthorpe

So saßen wir da, in unserem Van, und tuckerten mit 80 km/h auf der linken Spur über den Highway in Richtung Byron Bay. Hinter uns folgte uns Hannes, den wir in Brisbane getroffen haben und die gleichen Ziele, wie wir sie haben, verfolgt. Ca. 2 ½ Stunden später und keiner Idee einen geeigneten Schlafplatz zu finden, drehten wir einige Runden durch Byron Bay und besichtigten den örtlichen Strand. Spontan und frei, wie man hier ist, nahmen wir dann den Parkplatz von Woolworth in Anspruch und verbrachten die erste Nacht ihm Van.

Die nächsten zwei Tage in Byron Bay waren eher uninteressant. Es war kalt und die ganze Zeit am Regnen.

„Ein Glück, das ich hier schon bei schönerem Wetter war.“

So beschlossen wir am Donnerstag, den 24.11.2011, weiter nach Stanthorpe zu reisen um dort unsere Reisekasse mit einem Fruit- Picking Job aufzufüllen. Nach einem Zwischenstopp in Tenterfield für eine Nacht, erreichten wir am Freitag, den 25.11.2011, Stanthorpe und wurden dort gleich enttäuscht, da angeblich ein großer Ansturm an arbeitswilligen Backpackern herrsche und für uns momentan keine Jobs da wären. Wir könnten aber ein Formular ausfüllen, um auf eine Warteliste gesetzt zu werden.

„No, thank you. Cya later. “

Ich bin nicht hier um auf eine Warteliste gesetzt zu werden, sondern ich möchte schnelles Geld verdienen um mich über Wasser zu halten. Ansonsten wäre ich kein Backpacker.

So standen wir nun da. Das Geld war zwar knapp aber unsere Freiheiten kann uns keiner nehmen.

„Warum fahren wir nicht in den Süden, nach Melbourne und schauen uns in diesem Gebiet nach Arbeit um? Ich habe auf der Government Website gelesen, dass da unten verstärkt Backpacker gesucht werde“

Ilya und Hannes bejahten meine Frage, doch um diese Idee weiter auszubauen aßen wir zunächst eine Kleinigkeit in einem Pub in Wallangara. Wir waren die einzigen Besucher zu dieser Stunde und wurden gleich von der Betreiberin begrüßt. Bei Fish & Chips und einem leckeren Bier erzählten wir ihr unsere Lage, dass wir auf der Suche nach Arbeit sind.

Ihre Reaktion war darauf, dass sie einen Farmer kennen würde, der momentan auf der Suche nach ein paar Arbeitern wäre. Sie würde diesen gleich mal anrufen.

Eine Stunde später erschien auch der besagte Farmer im Pub und bot uns direkt einen Job für zunächst eine Woche an. Essen und Unterkunft inklusive.

„Das hört sich ja gut an. Besser als gar keinen Job zu haben.“

So ging es wieder zurück nach Tenterfield und von dort aus ca. 70 km ins Landesinnere, bis wir schließlich auf seiner Farm ankamen, abgeschirmt von der Zivilisation.

Wir wurden der Familie vorgestellt, bezogen unsere Zimmer und konnten schon am nächsten Tag mit der Arbeit beginnen.

Unsere Tätigkeiten sind beim Wiederaufbau seiner Farm zu helfen, die durch die Flut im Januar fast versenkt wurde. Das heißt, Bewässerungschläuche aufrollen, Schrott hin und her fahren, Reparaturen an Häusern und Zäunen durchführen, Waschmaschinen reparieren – ein Glück, dass ich drei Jahre Elektrotechnik hatte -, Fundamente legen und Brennholz sammeln und schneiden, das er dann weiterverkauft.

Es ist ein ganz anderes Gefühl, abseits von der „Zivilisation“ zu leben. Man steht hier fast jeden Tag um 5 Uhr auf, wäscht sich aus Eimern oder Kanistern, wenn die Pumpe ausgefallen ist, trinkt gefiltertes Regenwasser, bereitet sich das Frühstück und Abendessen durch einen Camping- Kocher zu und plagt sich mit giftigen Spinnen und Schlangen rum, die während der Arbeit einem über den Weg huschen. Abenteuer pur!

Doch durch die anfallenden Arbeiten, ist es mir erlaubt, mit dem Motorrad über die Felder zu ziehen, einen Ute mit Anhänger und später vielleicht auch noch den Traktor zu fahren und einfach das australische Farmleben kennen zu lernen und die Natur zu genießen.

Unser Aufenthalt, hier auf der Farm, hat sich jetzt auf zwei Wochen erhöht. Wir hoffen, dass wir noch eine dritte Woche arbeiten dürfen, um dann mit vollen Taschen Weihnachten und Sylvester in Melbourne zu verbringen.

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Startklar!?

Heute durfte ich endlich mein verspätetes Geburtstagsgeschenk aus der Werkstatt abholen:

Ford Econovan mit neuem Motor (angeblich nur 100 000km gelaufen) + 3 Monate Garantie

Gegen 14 Uhr ging es auf in Richtung Werkstatt, die wir nach einer Busfahrt von ca. 45 Minuten erreicht hatten. Der Händler versprach uns, dass das Auto gegen 15 Uhr „ready to drive“ sei doch Vorort konnten wir uns vom Gegenteil überzeugen. Der neue Motor war zwar schon eingebaut aber die Schläuche, Klemmen, Bleche und Sitze mussten noch verschraubt werden und dann muss ja noch ein „test drive“ durchgeführt werden.

„Na das kann ja heiter werden. Hoffentlich geht das gut.“

Natürlich wurden das Auto und der Motor von Ilya und mir gründlich inspiziert. Offene Fragen wurden gestellt und beantwortet und den einen oder anderen Witz mit den Mechanikern gerissen. Die Wartezeit lies sich so gut überbrücken. Nach dem einen oder anderen Smalltalk kam dann ein Angebot des Chefs uns beim Einbau des Betts zu helfen. Er erklärte uns wie wir am Besten vorgehen müssen und lies uns seine Einbauideen wissen. Morgen werde ich ihn anrufen und nochmal nachfragen ob das Angebot steht. Theoretisch wollten wir schon am Freitag nach Byron Bay aufbrechen und von dort aus in Richtung Stanthorp fahren. Doch wenn uns der Mechaniker uns beim Betteinbau hilft würden wir unseren Aufenthalt verlängern.

Pläne ändern sich von Schlag zu Schlag

Nachdem alle Teile ihren Platz gefunden hatten war es dann an der Zeit für eine Testfahrt.

„Schluck. Lass alles gut gehen.“

Anscheinend wurden meine Gebete erhört, die ich die letzten Tage von mir gegeben habe. Der Motor zieht super an. Es riecht nicht mehr nach Benzin in der Fahrerkabine und die Motortemperatur ist in einem sehr guten Bereich.

Auf geht’s zum Hostel!

Doch die Fahrt zum Hostel war (wie immer) nervenzerreißend. Die Tanknadel war im roten Bereich und nirgends war eine Petrol Station zu finden. Nach KilometerlangenTunnelfahrten (wir hatten uns verfahren) fanden wir dann eine, die aber geschlossen war. Aus Angst liegen zu bleiben, parkten wir unseren Van an der geschlossenen Petrol Station und machten uns auf den Weg zur nächsten Tankstelle. Nach einem 15 Minütigen Fußweg war dann auch eine gefunden. Mit dem Reservekanister in der einen Hand und einen Burger Menü (KFC) in der Anderen ging es zurück zu unserem Van. Nach unserer kleinen Mahlzeit füllten wir dann den Magen von unserem hungrigen, stinkenden Baby und machten uns dann zum Hostel auf.

Nun sitze ich in meinem Zimmer mit meinen Zimmerkameraden (zwei Deutsche und ein Franzose) und lasse den Abend heute mal ruhig ausklingen. Ich bin platt und müde doch ich freue mich tierisch auf dann kommende Abenteuer mit unserem Van.

Ach, bevor ich es vergesse. Am Sonntag war ich bei meinem ersten Fußallspiel. Es spielten Brisbane Roar gegen Wellington.Das Spiel ging 1:1 aus.


Please, be quiet!

Die ersten Tage in Brisbane sind gezählt und ich muss zugeben, dass es mir hier ziemlich gefällt. Die letzten Tage habe ich damit verbracht nach Informationen über die „White card“ und „RSA“ zu suchen. Natürlich wurden weitere Bewerbungen geschrieben und verschickt, das erste englische Telefongespräch mit einer „Job agency“ gehalten und mir die Zeit genommen, Brisbane zu Fuß zu erkunden.

Die Zeit ist am rasen!

Doch meinen Traum, auf einer Farm/Ranch zu arbeiten, gebe ich nicht auf, obwohl sich die Suche nach diesen Jobs als schwerfällig gestaltet. Vielleicht werde ich zunächst mit „Wwoofing“ beginnen, das heißt „Arbeit gegen Kost und Logis“.

Momentan befinde ich mich im YHA Hostel. Die Atmosphäre ist einfach super, nette Leute kann man dort antreffen und die Rezeption ist auch weitestgehend hilfsbereit. Doch leider bin ich diesmal in einen Zimmer voller Schnarcher und Ruhestörer geraten. Das heiß, man bekommt kein Auge vor zwölf zu und den Wecker für den nächsten Tag braucht man auch nicht zu stellen, weil irgendein Roommate immer gegen 7 Uhr seine Sachen packt und die Bahn damit beginnt ihren Betrieb aufzunehmen. Warum schreibe ich über die „Bahn“? Die Schienen verlaufen direkt neben meinem Fenster.

Also von Ruhe ist in diesem Hostel weit und breit nichts zu sehen.

Ansonsten geht es mir gut!

Bilder folgen noch.


Krank in Byron Bay

Lange habt ihr von mir nichts mehr gehört und dafür entschuldige ich mich. Josephine, Eddy und ich sind wieder nach Byron Bay zurück gekehrt und seitdem liege ich mit einer dicken Erkältung im Bett.

Schnupfen, Husten und Halsschmerzen plagen mich. Das ist umso ärgerlicher, da hier um die 26 Grad herrschen und ich mir den einen oder anderen Strandbesuch gegönnt hätte. Gesundheit geht vor Spaß und so habe ich mich die letzten Tage größtenteils im Hostel aufgehalten um meine Krankheit auszukurieren. Die Motivation, den Blog aktuell zu halten, sank deshalb auf Tiefpunktniveau.

Doch auf Mamas Heilrezepte ist immer Verlass und so waren Mandarinen, Zitronen und Kamillentee schnell besorgt. Um den Heilprozess zu beschleunigen dürfen Tabletten aus der australischen Apotheke nicht fehlen. Werden alle Produkte nun zusammen gemixt dürfte der Schnupfen keine Chance mehr haben und so hoffe ich, dass ich zum Wochenende hin wieder fit bin.

Drückt mir die Daumen!

Anbei befindet sich meine bisher zurückgelegte Reiseroute. Momentan plane ich, ab Anfang nächster Woche, nach Brisbane zu reisen um dort meine Reisekasse aufzubessern. Ich bin gespannt, wie lange der Plan hält.


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Über Port Macquarie und Coffs Harbour nach Byron Bay und Nimbin.


Aktueller Standort: Nimbin

Nachdem sich der Regen nach meinem letzten Bericht gelegt hatte, mietete ich mir ein Fahrrad um die kleine Stadt Byron Bay zu erkunden und einen kleinen Abstecher zum Strand zu machen.

Doch zunächst musste ich mich an den Linksverkehr gewöhnen, der hier in Australien herrscht. Obwohl einige Fahrradwege mir meine Tour erleichterten, blieb es mir nicht erspart, auch mal auf der falschen Seite zu fahren.

Am Captain Cook Lookout angekommen, ließ der schöne Blick auf den Strand alle Sorgen vergessen. Die Tour mit dem Fahrrad hat sich also gelohnt und so ging es mit einem Freiheitsgefühl auf in Richtung Hostel zurück.

„Doch Moment mal. Wo ist der Schlüssel für das Fahrradschloss?!“

Ich dursuchte Jacke, Tasche und Hose. Doch der Schlüssel war nirgends zu finden.

„Das kann doch ja nicht wahr sein. Ich hab es aber auch mit Schlössern.“

Ich suchte den Weg und Strand ab, doch der Schlüssel blieb verschwunden.

„Naja, vielleicht versuche ich mal an dem rostigen Schloss zu rütteln. Vielleicht hab ich ja Glück und es geht auf.“

Mit diesen Worten versuchte ich mich von der Hektik zu befreien und zu beruhigen. Ich nahm das Schloss in der Hand, rüttelte einige Male und wie es der Zufall will, öffnete sich das Schloss.

„Ohh my god. It works!“, jubelte ich. Das Schloss war von mir nicht richtig abgeschlossen worden.

Im Hostel beichtete ich der Rezeption mein Erlebnis. Eine Geldstrafe blieb von dem freundlichen Personal aus. Mein Glück blieb nicht lange aus und so lernte ich am Abend in einer gemütlichen Runde Josephine und Edward kennen. Josephine kommt aus Schweden, während Edward selber Australier ist. Beide hatten vor am nächsten Tag nach Nimbin aufzubrechen und so zögerte ich nicht lange zu fragen, ob ich mich nicht ihnen anschließen könnte.

„Yeahh, sure“, hieß es. „Auf geht’s nach Nimbin!“l
In Nimbin angekommen, erkundeten wir die Örtlichkeiten, lernten uns besser kennen und schmiedeten Pläne für die nächsten Tage. Das Hostel, in dem wir untergekommen sind, ist bis jetzt das Beste, was ich hatte. Es liegt auf einem kleinen Berg und ist somit vom zentralen Nimbin etwas isoliert, was ich doch sehr als positiv betrachte. Das Hostel selber ist eher ein Camping Hostel und liegt mitten in der Natur. Das tolle am Hostel ist, dass man entweder in einem Teepee übernachten oder sich ganz einfach ein Dorm mieten kann. Die Backpacker und das Personal sind super nett. Unseren Ankunftstag ließen wir in der tollen Umgebung in einem Teepee ausklingen.

Am nächsten Tag, den 21.10.2011, ging es auf in den National Park „Night Cap“ um den schönen Anblick der farbenfrohen Natur, Bäche und Wasserfälle zu genießen. Nach ca. 1 Stunde Fahrt wurden wir auch damit belohnt. Bilder sagen mehr als tausend Wörter. Wilde Tiere wurden selbstverständlich auch gesichtet.

Nach einem zweistündigen Aufenthalt im National Park traten wir den Heimweg an um am BBQ im Hostel teilzunehmen. Wir spielten einige Runden Pool und Trivial Pursuit mit Gleichgesinnten und so endete ein toller Tag.

„Ich kann es nicht fassen, dass ich schon knapp zwei Wochen hier bin.“ Mit diesen Worten trat ich meinen Schlaf an.


Bye Sydney, welcome Byron Bay

I’m really fed up. Mit diesem Gedanken ging ich zu dem Treffen um Alicia kennen zu lernen und in der Hoffnung, Sydney schon am nächsten Tag zu verlassen. Doch das Ergebnis des Treffens war nicht sehr motivierend:

Beide haben sich Missverstanden. Sie war dem Glauben verfallen, ich besäße ein Auto und das Gleiche glaubte ich von ihr. So verlief auch demnach das Gespräch sehr schleppend. Auch meine Idee, mit dem Bus nach Byron Bay zu fahren, überzeugte sie nicht und so trennten sich unsere Wege nach kurzer Zeit. In meinem Zimmer angekommen unterbreitete ich meinem Zimmerkamerad meinen Unmut.

„I’m really fed up with Sydney. It’s overhyped and overdeveloped.”

Doch er motivierte mich, doch alleine die Reise nach Byron Bay anzugehen.

„Why not?!“, sagte ich zu mir.“I’m free!“

So ging es auch gleich zu dem nächsten Bus Ticket Shop um die Fahrt nach Byron Bay zu buchen. Mit dem Ticket in der Hand ging es gleich zu Giovanni, ihm mein Ticket vorzulegen und zu sagen, dass dies mein letzter Abend mit ihm sei. Lange zögerten wir nicht und nahmen in unserem Hostel an einem BBQ teil, trafen nette Leute, die uns überredeten, mit ihnen im Anschluss in den nächsten Pub zu gehen. Gesagt, getan. Das Highlight in dem Pub war das Krabbenrennen, wobei meine Krabbe namens „Giovanni“ sich keinen Millimeter vom Fleck bewegte. Nächstes Mal nenne ich sie „Turbolinchen“. Vielleicht bringt sie mir ja mehr Glück.

Danach ging es mit Feiern weitern und ich muss zugeben, dass an dem Abend eine großartige Atmosphäre herrschte. Wir hatten soviel Spaß, Ladies kennen gelernt, getanzt und gequatscht. Kaum mit Deutschland zu vergleichen.

Umso schwerer fiel es mir mich nach einer schönen Zeit von meinen Bekanntschaften zu verabschieden. Doch man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am Schönsten ist und wie es sich als Backpacker gehört, packte ich meine Sachen um 1 Uhr nachts um dann vier Stunden später aufzustehen und gegen halb sieben zum Bus zu laufen. Gefrühstückt wurde in einer Telefonzelle des Hostels.

Der Bus war komfortabel und nicht überfüllt. Jeder hatte seine eigene Sitzreihe und die Klimanlage funktionierte einwandfrei.

„So kann es doch 12 Stunden lang nach Byron Bay gehen“


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Die Fahrt verlief sehr schnell. Es wurde gelesen, sich mit Gleichgesinnten unterhalten, regelmäßige Stops eingelegt, die dazu führten, australische Christen kennen zu lernen, die uns herzlich begrüßt und Kaffee und Tee angeboten haben. Sowas findet man in Deutschland nicht. Es gefällt mir hier!

Am Abend traf ich in Byron Bay ein, checkte im Hostel ein und hielte schon den einen oder anderen Smalltalk. Nach einem Teller mit Nuddeln und Pesto ging es auf ins Bett.

Da Tag danach fing um ca. 11 Uhr an. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt Byron Bay mit dem Fahrrad zu erkunden. Doch mein Plan wurde durch ein Regenschauer zerstört. Ich hoffe sehr, dass sich bald die Sonne wieder zeigt um diesem Bericht hier ein Ende zu setzen.

Leider habe ich von einigen Leuten erfahren, dass es hier sehr schwierig ist, einen Job zu finden. Verschiedene Jobvermittlungsseiten im Internet bestätigen diese Meinung. Vielleicht seht ihr mich ab nächster Woche in Brisbane. Aber zunächst wird Byron Bay genossen und vielleicht ein Tandem Sprung aus ca. 3000m Höhe gewagt. Ich werde berichten!

Bilder vom Bondi Beach (Sydney) wurden dem unteren Artikel hinzugefügt.


The night was awesome!

Der Hostel- Wechsel ist nun vollzogen, auch, wenn ich die ersten Stunden im neuen, günstigerem Hostel alleine unterwegs war.

Wie auch auf diversen Internetseiten beschrieben, lebt dieses Hostel von Anonymität. Das mag für den einen oder anderen Traveller vom Vorteil sein, doch ich möchte Menschen kennen lernen. Die erste Gelegenheit bot sich am schwarzen Brett meines Hostels. Dort hing ein Zettel mit den Worten, dass ein Mitfahrer nach Byron Bay ab Dienstag oder Mittwoch gesucht wird um sich die Spritkosten zu teilen. Lange zögerte ich nicht und stand auch schon an der Rezeption mit einem Stück Papier und einem Stift an der Rezeption bewaffnet um eine Nachricht zu hinterlassen:

„Hi, I’m interested in you offer. 18th would be fine.”

Kurze Zeit später hing auch schon der Zettel an ihrer Türe. „Wollen wir das Beste hoffen“, sagte ich mir und beschloss darauf in dem am Hostel angrenzenden Pub eine Kleinigkeit zur mir zu nehmen. Da an diesem Abend ein Spiel der Rugby WM in Neuseeland übertragen wurden, war der Pub auch dementsprechend gut besucht. Und ich muss wirklich sagen, dass Rugby mir um einiges besser gefällt als Fußball J An diesem Abend spielte Wales gegen Frankreich. Schnell war zu erkennen, welcher Mannschaft der Pub hinter dem Rücken stand. Ich sag nur eins, dass diese Mannschaft acht zu neun verloren hat. Welche war das (als läge das nicht auf der Hand)? Die Antwort bitte in die Kommentare posten!

Obwohl der Pub gut besucht war, waren keine Traveller weit und breit zu sichten und so verließ nach dem Spiel alleine den Pub.

In meinem Zimmer angekommen, surfte ich mit meinem Mobile- Phone im Internet bis sich die Tür von meinem noch nicht vorgestellten Zimmerkamerad öffnete. Wir begrüßten uns und waren sofort auf einer Wellenlänge. Er ist aus Italien und nach Australien gekommen um neue Erfahrungen als „Waiter“ zu sammeln.

Kurz darauf fragte er mich auch schon ob ich nicht Lust hätte mit ihm und seinem Freund in Kings Cross zu feiern zu gehen

„Yes, of course. Let’s go.”

Seinen italienischen Freund haben wir an der Rezeption abgeholt. Giovanni ist sein Name, hier in Australien unterwegs um „business interviews“ zu führen und um in die Welt des „Marketings“ zu schnuppern. Ja, er kann ein perfektes Englisch reden.

„Besser kann es nicht laufen“, und so waren wir in einem Taxi Richtung Kings Cross.

Die Nacht war einfach der Hammer aber auch sehr teuer. 20$ bis 25$ Eintritt für die Discotheken waren keine Seltenheit. Wenn man aber schon hier ist, sollte man auch seine Gelegenheit nutzen.

So wurde bis 3 Uhr in die Nacht getanzt und getrunken. Besonders mit Giovanni habe mich sehr gut verstanden, Männergespräche gehalten und den einen oder andren Joke über so manche Personen im Club gemacht.

„The night was awesome!“

Der nächste Morgen begann für mich „schon“ um 13Uhr. Mit Freude bemerkte ich einen an mich adressierten Zettel, mit Treffpunkt und Uhrzeit um die Reise nach Byron Bay zu plannen. Ich bin gespannt, der Termin ist morgen.

Da ich aber auch Giovanni vorgeschlagen hatte, an dem heutigen Tag nach Bondi Beach zu fahren ging es auch schon für uns beide gegen 14.30 Uhr dahin mit dem Bus.

Nachdem wir angekommen sind kam ich nicht aus dem Staunen heraus. Der Sand ist weich, schön und angenehm zu betreten.. Natürlich durfte ein kleiner Ausflug ins Wasser nicht fehlen, obwohl es an diesem Tag sehr kühl war.

Da sich der Tag dem Ende näherte und meine Beine anfingen, aufgrund der Kälte, zu zittern, ging es für mich auf in Richtung Hostel. Giovanni traf sich dagegen mit einer Freundin.

Eine heiße Dusche im Hostel kann einen so ziemlich für einen gemütlichen Abend motivieren und so sitze ich auch hier in der Libary mit Giovanni und schreibe diesen Bericht.

Fotos folgen noch!


Bed Bugs, Kakerlaken und das Problem mit der TFN

Ich weiß nicht so richtig, mit welchem Ereignis ich diesen Artikel eröffnen soll. Bed Bugs, Kakerlaken oder doch lieber mit dem Steuernummer (TFN)- Problem?

So ekelig und stressig die Stichworte klingen mögen, umso mehr Spaß bereitet mir diese abenteuerliche Reise in Australien und umso mehr kann ich meinen Daddy verstehen, der sich öfters auf Montage in der Welt rum treibt.

Der 13. Oktober begann nicht sonderlich gut. Das mag wohl daran gelegen haben, dass ich mich die Nacht am ganzen Körper gekratzt habe und unruhig geschlafen habe. Ziemlich psteif und unausgeschlafen stieg ich dann aus meinem Hochbett und der erste Blick viel auf meine Füße.

„Ohhh Gott, meine Füße sind knatsch Rot und angeschwollen“. Ich hutschte sofort mit meinem Kulturbeutel ins nächste Badezimmer um die Sache näher zu betrachten.

„Ach, ist nur halb so schlimm, wird schon wieder verheilen. Kommt bestimmt von dem gestrigen Trip rund um Sydney.“

Dem war aber dann nicht so als ich auf Toilette saß und bemerkte, dass sich die Schwellung komplett über meine Beine, Bauch und Arme bis hin zu den Schultern zog. Nun war mir klar, dass es nichts Gewöhnliches sein konnte. Sofort zog ich mich um, suchte im Internet den nächsten Hautarzt und beschloss kurzer Hand zu ihm zu laufen.

Nach einer ganzen Stunde konnte ich den Arzt auffinden und bekam kurz darauf einen Termin, nachdem ich versichern konnte, die Arztrechnung von über 200$ zu bezahlen.

Das Gespräch mit der Ärztin verlief soweit gut, da sie ein paar Brocken Deutsch zu sprechen vermag und dies mich wiederrum beruhigte. Es stellte sich nun heraus, dass diese Schwellungen Bisse von sog. Bed Bugs (Bettwanzen) sind und ein solches Jucken hervorrufen. Sie empfahl mir weiterhin das Hostel zu wechseln und gab mir eine Creme und ein Rezept für Tabletten mit. Ich bezahlte die Arztrechnung und machte mich auf in die nächste Apotheke.

Glücklicherweise war der Hyde Park in der Nähe und so beschloss ich nach dem Besuch der Apotheke dort hin zu laufen um dort in Ruhe im Internet zu stöbern, auf der Suche nach einem neuen Hotel für die nächsten zwei Tage. Schnell war eins gefunden, das auch noch in der Nähe lag. Mit Google Maps in der Hand war der Ort leicht zu finden. An der Rezeption angekommen buchte ich ein Einzelzimmer für zwei Tage. Mit einem guten Gefühl- endlich kann ich in Ruhe schlafen- betrat ich mein Zimmer als mich nun mein Zimmerkamerad mit seinen kleinen Augen anstarrte.

„Na super, erst Bed Bugs, dann Karkerlaken.“

Auf zur Rezeption und denen mein Problem schildern. Es brauchte nicht lange und schon hatte ich ein neues Zimmer zugewiesen bekommen. Vorsichtig betrat ich das neue Zimmer, begutachtete Boden und Matratze und konnte mir dann sagen, hier kannst du mit einem ruhigen Gewissen übernachten.

Aber warum soll es der Niclas nun einfach haben? Das TFN- Problem.

Am Mittwoch habe ich online einen Steuernummernantrag getätigt und die Adresse von meinem Bed Bugs „verseuchten“ Hostel angegeben. Naja, dahin geht dann auch der Brief mit der Steuernummer.

Also wusste ich schon, wie ich den nächsten Tag zu planen habe: Taxoffice in Sydney aufsuchen und mein Problem schildern. Doch ich machte mich deswegen nicht verrückt und so ließ ich den Abend mit einer leckeren Pizza und meinem ersten australischem Bier an der Cockle Bay ausklingen.

Das Abenteuer fängt an!

Der nächste Morgen, den 14.10.11, fing um 7.00 Uhr mit einem Skype- Gespräch mit meiner Freundin und meinem Daddy an. Ja, eigentlich fing der Tag erst „richtig“ um 12 Uhr an, da ich mich nach dem Skypen eigentlich nur kurz hinlegen wollte, und nicht vier Stunden.

Mit einem großen Sprung stand ich vor meinem Bett, putze meine Zähne, zog mich an, füllte den Trockner mit Wäsche und war ca. 30 Minuten später auf dem Weg zum nächsten Taxoffice. Wie schön es doch ist, Orte und Geschäfte zu entdecken, die ich nur durch gezielte Suche gefunden hätte. Darunter gehörten zum Beispiel der Apple Store, der an diesem Tag das neue iPhone 4S offiziell verkaufte.

„Später kannst du einen Blick dahin werfen. Kümmere dich erstmal um die Steuernummer“, ertönte es in meinem Kopf.

Gesagt, getan. Minuten später sprach ich auch schon mit einem Mitarbeiter des Taxoffice, der mir empfohlen hat, per Internet oder Anruf die Adresse zu ändern. „In Ordnung“, brummte ich höflich und zog mich aus dem Taxoffice zurück um in meinem Hotel die Adressänderung per Telefon durchzuführen.

Mit Tüten unterm Arm, voll gepackt mit Essenssachen, betrat ich das Hotel und nahm aufgeregt das Handy in die Hand, nachdem ich die Tüten abgestellt hatte. Einen kurzen Moment gewartet, Sätze ausgedacht und den Anruf getätigt. Das Gespräch verlief ziemlich gut aber die Lösung für mein Problem ist eher bescheidend.

„We dont’t see your TFN Number in our system, because you made an application for it two days ago. Please, try it in one week again.”

“Arghh, das kann ja wohl nicht wahr sein.”

Aber was soll mir nun schlimmeres passieren? Mit diesen Worten versuchte ich mich zu motovieren. Da ich das Hotel morgen schon wieder verlassen muss, suchte ich im Internet nach einem neuen Hostel obwohl ich die Bed Bugs im Hinterkopf hatte. Auf Dauer kann ich dennoch nicht hier leben, da ich für dieses Hotel knapp 70$ die Nacht berappen muss und schon war ein neues Hostel für ca. 40$ die Nacht gebucht.

Nach der ganzen Aufregung widmete ich mich nun meinen Magen, der etwas Herzhaftes verlangte. Auf geht’s mit Hackfleisch, Nudeln, Salz und Pfeffer in die Hotel eigene Küche.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Die Portion war riesig. Leider war der kleine Fresshamster mit dem Namen Laura E. -für die Leute, die sie nicht kennen; das ist meine Freundin- nicht anwesend. Somit durfte ich dann einiges an Nudeln und Hackfleisch an den Mülleimer verfüttern.

Das aufregende und mit Magenschmerzen belastete Skype- Gespräch mit meiner Mum und Schwester darf natürlich auch nicht ungenannt bleiben.

@ Mama „Neues Laptop oder doch lieber iPad2?“

So, das waren die letzten zwei Tage zusammengefasst. Hier ist es nun 00.01 Uhr, 15.10.2011. Deswegen werde ich mich nun ins Bett begeben. Mal schauen, was dieser Tag zu verbergen hat.


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