„Ein Glück, wir haben es geschafft! Wir haben Melbourne sicher erreicht.“ Diese Worte ertönten in meinem Kopf, als wir das Ortseingangsschild von Melbourne passierten.
„Schnell noch was essen und auf in die nächste Werkstatt!“
Ihr werdet euch sicherlich fragen, was in den letzten Tagen passiert ist und ich wünsche im Voraus keinem so viel Pech, wie wir ihn hatten.
Die Story beginnt auf dem Weg zwischen Sydney und Goulburn am 1. Weihnachtstag. Nachdem wir unseren Van vollgetankt hatten, saßen wir (noch) mit einem Lächeln im Gesicht auf unseren Sitzen und freuten uns auf die bevorstehenden 700km um schließlich Melbourne zu erreichen. Doch nach ca. 150km machte sich hinten rechts ein Poltern bemerkbar und wir wussten genau, dass das kein normales Geräusch ist.
„Wir müssen unbedingt an der nächsten Tankstelle anhalten! Hoffentlich fliegt bis dahin nichts ab!“ Kaum waren diese Worte ausgesprochen, erreichte das Poltern seinen Höhepunkt bis schlagartig ein Knall vernehmbar war und der Van schwer kontrollierbar über den Highway huschte bis wir ihn schließlich auf dem Seitenstreifen zum Stillstand bringen konnten. Adrenalin machte sich in meinem Körper bemerkbar als ich die Tür öffnete und das Unheil betrachten wollte.
„Reifenplatzer. Diesen Reifen hat es voll erwischt. Das kann natürlich auch nur uns passieren.“
Das Reserverad wurde mit Mühe und mit der Hilfe eines Australiers, der netterweise für uns angehalten hat, installiert, doch der Anblick des Reserverads sprach für sich: abgenutzt und platt. „Damit kommen wir nur bis zum nächsten Roadstop und nicht weiter.“ Mit 60km/h auf dem Seitenstreifer- legal ist das nicht- schaukelten wir uns zum Roadstop um von dort aus weitere Pläne zu schmieden. Die nächste, größere Stadt war Goulburn, die ca. 30km von uns entfernt war. Zum Glück haben wir Hannes dabei, der uns mit seinem Auto dahin fuhr, um dort einen Reifenhändler aufzusuchen. Doch das Pech breitete sich weiter aus. Es war natürlich Weihnachten und alle Geschäfte hatten geschlossen. Somit waren wir gezwungen zwei Tage auf dem Roadstop zu verbringen. An dem darauffolgenden Dienstag fanden wir dann durch Zufall einen kleinen Reifenhändler,- die größeren Händler hatten noch immer geschlossen- der aber nur größere Reifen für unseren Van im Sortiment hatte. Das hieß wieder, statt einem Rad, mussten wir zwei Räder wechseln lassen. Weiterhin mussten es „Light Truck“ Räder sein, die mehr Belastung vertragen als gewöhnliche Reifen. Der Reifenpreis schoß somit auf 140$ pro Reifen.
Nachdem der Van hochgebockt wurde, begutachteten wir auch noch die Hinterachse. Natürlich- sonst wäre es doch langweilig- ist auch die Achse krumm. Wir wussten zwar, dass unser geplatzter Reifen schlingerte, doch wir hätten niemals die Achse als Ursache in Betracht gezogen. Diese Betrachtung wurde durch eine Werkstatt in Brisbane bestärkt, da der Mechaniker nichts an der Hinterachse auszusetzen hatte. Aber jetzt lag es wenigstens auf der Hand: Der Reifen platzte aufgrund einer krummen Hinterachse.
Nun standen wir da mit wenig Geld, einer krummen Hinterachse und der Sorge, Melbourne über Silvester nicht zu erreichen. Aber was wäre das Leben ohne Risiko? Somit standen wir schon eine kurze Zeit später mit zwei neuen Reifen auf der Straße. Vor uns lagen ca. 550km, die wir mit einer krummen Hinterachse bezwingen mussten und, was soll man sagen, wir haben es geschafft! Wir haben Melbourne sicher erreicht!
Doch der nächste Werkstattbesuch ließ die Motivation wieder auf Null sinken. 400$ für eine neue Hinterachse mit Einbau. So langsam wir es echt knapp mit dem Geld. Sprit, Benzin, Reparaturen, Essen und Internetkosten lassen das verdiente Gehalt ziemlich schnell auf Null sinken. Dabei habe ich mir noch nicht mal eine Kleinigkeit gegönnt. „That`s life!“
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Natürlich habe ich auch etwas Positives zu berichten. Heute Morgen nahm ich am 4km Silvesterlauf teil, den ich mit 16:25 Minuten beendete. Nach 1 ½ Wochen Training kann man diese Zeit als „gut“ betrachten. Bei einem Croissant und leckerem Champagner nach dem Lauf wurde noch die eine oder andere Bekanntschaft geknüpft, die mich wiederrum überreden wollte, doch am nächsten Samstag wieder an den Start zu gehen. Das ist aber abhängig von unserem Van.
Und zu guter Letzt wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich ein Bericht über mich, meine Australienreise und den Silvesterlauf in der Zeitung (RGA) erscheinen. Seid gespannt!
Übrigens wünsche ich euch allen ein frohes, neues Jahr. Man hört und sieht sich im neuen Jahr!
Euer Niclas













































